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Artikel – „Die Erben der Erinnerung

Der Umgang mit der Geschichte des Nationalsozialismus in der zweiten und dritten Generation“
von Tessa Hesener, die im Rahmen Ihres Freiwilligen Sozialem Jahr an diesem Seminar vom 24. – 26. November 2017 teilgenommen hat.

In einer Zeit, in der die letzten Überlebenden des Nationalsozialismus langsam sterben, ist es die Aufgabe der Erben die Erinnerung an die Schicksale ihrer Vorfahren aufrecht zu erhalten.

Um auch der jungen Generation den Konflikt, der sich aus der Aufarbeitung und der Erinnerung an den Nationalsozialismus ergibt, näher zu bringen, lud die Historisch-Ökologische Bildungsstätte (HÖB) in Papenburg, in Kooperation mit der Gedenkstätte Esterwegen, zu einem Seminar ein. Unter dem Namen ‚Erben der Erinnerung‘ referierten sowohl Michael Kroes als auch Ernst-Martin-Walsken und erzählten von den Erlebnissen ihrer Väter, die unter anderem auch im Konzentrationslager Esterwegen einsaßen und zu den sogenannten Moorsoldaten zählten. Die detailgetreuen und oftmals emotionalen Berichte sorgten dabei bei allen Besuchern des Seminars für einen bleibenden Eindruck.

Doch um die Schicksale der NS-Zeit flächendeckend beleuchten zu können, wurde nicht nur über die Position der Opferfamilien diskutiert, sondern auch die Erlebnisse der Täterfamilien berücksichtigt. Dazu berichtete Politikwissenschaftlerin und Buchautorin Katrin Himmler, die Großnichte Heinrich Himmlers, über ihren Weg der Aufarbeitung, ihre unerklärlichen Schuldgefühle und wie ihre Familienmitglieder, aber auch Außenstehende auf die Aufdeckung neuer Erkenntnisse reagierten.

„Toleranz ist die Unterdrückung zur Neigung der Unterdrückung“. Dieser Satz fasst die Grundgedanken des Seminars ‚Erben der Erinnerung‘ zusammen, denn alle Erben, ob aus Opfer- oder Täterfamilien stammend, plädierten für ein offenes und tolerantes Weltbild, in dem die Geschichten ihrer Vorfahren die Menschen erreichen und dabei helfen eine Wiederholung der Taten der NS-Zeit auszuschließen.